Ein Auslandssemester ist ein etwa sechsmonatiger Aufenthalt an einer Universität außerhalb des eigenen Heimatlandes. Oder Teil eines längeren Studiums, das mitunter bis zum Abschluss an der heimatfernen Hochschule betrieben wird. In der heutigen Zeit ist es üblich, dass ein Teil der Studenten zu studienbezogenen Auslandsreisen aufbricht, um dort Erfahrungen zu sammeln und vorhandene Fähigkeiten zu erweitern. Gerade für Studenten der Naturwissenschaften können Erkenntnisse des Studiums direkt an ihrem geografischen Ursprung erfahren werden. Doch auch für die Geisteswissenschaften ist es heutzutage von zunehmender Wichtigkeit, sich internationalen Diskussionen zu stellen und gemeinsam an neuen Projekten zusammenzuarbeiten. Nur so kann dem ständig dichter werdenden Netz aus Marktwirtschaft und Sozialstruktur auf der ganzen Welt auch in der Wissenschaft des Geistes gebührend Rechnung getragen werden.
Eine Studie vom Hochschul-Informations-System zeigte für den Zeitraum des Wintersemesters 2006/2007, dass circa 23 Prozent aller Studierenden deutscher Herkunft sich auf einem studienrelevanten Auslandsaufenthalt befanden. Diese Gruppe setzte sich aus etwa 30 % der Universitäts- und 18 % der sonstigen Hochschulstudenten zusammen. Dabei ist auch Deutschland ein attraktives Studienziel für internationale Studierende. So beginnen jedes Jahr etwa 58000 von ihnen ein Programm an einer der deutschen Universitäten oder Hochschulen. Die Gründe für solche Studien außerhalb der gewohnten Umgebung sind so vielfältig wie einsichtig. Hier kann die wissenschaftliche Neugier stehen, der Wille eine Fremdsprache zu lernen oder einfach das Gefühl, die Welt sehen zu müssen.
Selbstverständlich ergibt sich für viele daraus zuerst ein Problem. Denn die Studiengebühren im Ausland sind manchmal ungleich höher, als die heimischen und schon hier stieß sicherlich der Eine oder Andere an seine finanziellen Grenzen. Um auf die relative Wichtigkeit eines Auslandsaufenthaltes und die damit verbundenen Finanzschwierigkeiten adäquat reagieren zu können, haben viele Organisationen Programme zur Austauschförderung ins Leben gerufen. So bietet etwa der "DAAD" Stipendien an, die "Fullbright-Kommission" vergibt Subventionen für Reisen nach Amerika und das "ERASMUS-Programm" der EU finanziert innereuropäische Forschungsaufenthalte. Über die jeweiligen Programme können Studierende sich ganz einfach bei der eigenen Heimat-Universität informieren.
Trotz Absicherung einer finanziellen Basis durch Stipendien sind immer noch weiterführende Ausgaben zu bedenken. Insofern sollte mit dem jeweiligen Austauschbüro im Vorfeld gründlich besprochen werden, was in der Stipendienleistung enthalten ist und was nicht. So wird es häufig nötig, eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Die reguläre Krankenversicherung, selbst bei den meisten Privaten, deckt höchstens einen kurzfristigen Urlaubsaufenthalt im Ausland ab. Sobald man eine Bleibedauer von drei Monaten überschreitet, ist eigentlich überall eine Zusatzvereinbarung notwendig. Hier gibt es dann Angebote, die je nach Leistungsumfang zwischen 30€ und 50€ pro Monat kosten; immer auch in Abhängigkeit von Reiseziel, Alter des Versicherungsnehmers und so fort. Natürlich gilt auch hier, dass jedes Angebot genau auf den eigenen Einzelfall hin überprüft werden sollte, bevor man sich vertraglich bindet.
