Die Schufa ist eine privatrechtlich organisierte Wirtschaftsauskunftei mit Sitz in Wiesbaden. Getragen wird sie von kreditgebenden Unternehmen – der Geschäftszweck der Gesellschaft besteht im Schutz der Partner vor Kreditausfällen. Dazu sammelt die Schufa Daten über die wirtschaftlichen Verhältnisse von Privatpersonen – im Jahr 2009 war sie nach eigenen Angaben im Besitz von mehr als 462 Millionen Einzeldaten, die einen Kreis von rund 66 Millionen natürlichen Personen betrafen. Im selben Jahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von geschätzten 100 Millionen Euro.
Die Datensätze werden in einem Großteil der Fälle nicht durch die Schufa selbst ermittelt, sondern von den Vertragspartnern – vor allem Banken – an sie weitergeleitet. Für diese Informationsweitergabe ist allerdings die Einwilligung des Kunden erforderlich. Zu den durch die Schufa selbst beschafften Informationen zählen unter anderem Daten aus den öffentlichen Schuldnerverzeichnissen bei den Amtsgerichten. Die gespeicherten Datensätze enthalten neben persönlichen Angaben auch Hinweise auf getätigte Geschäfte, abweichendes Zahlungsverhalten, Missbräuche und getätigte Auskunfts-Anfragen.
Eine Löschung der Eintragungen ist an verschiedene Voraussetzungen gebunden. Einträge über Anfragen müssen nach 12 Monaten entfernt werden. Werden Kredite zurückgezahlt oder erledigen sich Forderungen anderer Art, so erfolgt eine entsprechende Löschung regelmäßig nach drei Jahren. Eine Bürgschaft wird nach Rückzahlung des Kredits umgehend gelöscht. Daten aus den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte werden nach drei Jahren gelöscht - weist man jedoch nach, dass die Eintragung durch das Gericht früher entfernt wurde, so ist sie von der Schufa auf entsprechenden Hinweis hin ebenfalls sofort zu löschen.
Jeder Bürger hat Anspruch auf eine Auskunft, welche Daten über ihn bei der Schufa gespeichert sind. Wer im Wege dieser Selbstauskunft Fehler oder veraltete Einträge entdeckt, der sollte sich umgehend mit der Schufa oder einer Verbraucherschutzzentrale in Verbindung setzen.
