27.07.2011
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BILANZIERUNG DERIVATE

Bei der Bilanzierung von Derivaten regieren Zahlen - wir sagen welche wichtig sind!

Zahlenwirrwarr bei der Bilanzierung von Derivaten - wir helfen!
Zahlenwirrwarr bei der Bilanzierung von Derivaten - wir helfen!   © electriceye - Fotolia.com

Derivate sind als Termingeschäfte ausgestaltete Finanzinstrumente, deren Wert abgeleitet wird von den Preisen und Kursen anderer Güter. Diese Güter werden auch als Basiswerte bezeichnet und können jegliche Form annehmen wie zum Beispiel Aktien, Rohstoffe, Indizes oder Anleihen. Derivate gelten im Bilanzierungsrecht als schwebende Geschäfte und müssen demnach nicht in der Bilanz aufgenommen werden. Als außerbilanzielle Geschäfte können Bewertungen dennoch nach den §§ 340 e-h, 279-283 und 252-256 des Handelsgesetzbuches vorgenommen werden.

Die Nutzungsmöglichkeiten der Derivate sind vielfältig und können den Anlegern unterschiedliche Vorteile verschaffen. Zur Nutzung von Derivaten ist solchen Anlegern zu raten, die entweder an der Absicherung riskanter anderweitiger Geschäfte interessiert sind, die eine Arbitrage vornehmen möchten oder solchen Anlegern, die die Derivate als reine Spekulation betrachten und lediglich eine Renditeerzielungsstrategie verfolgen. Grundsätzlich sind Derivate dazu in der Lage, Preisschwankungen des Basiswertes abzusichern. Hält ein Anleger beispielsweise einen Anteilsschein an einem Rohstoff zu 100 Euro und erwartet einen möglichen Verlust von 10 Euro an einem bestimmten Stichtag, kann ein Derivat gezeichnet werden, das einen Betrag von 10 Euro an dem betreffenden Tag auszahlt beim Eintreten des Ereignisses eines Preisverfalls bei dem Rohstoff. Tatsächlich sind Derivate damit insbesondere für solche Anleger interessant, die komplexen Finanzgeschäften nachgehen und individuelle Investitionslösungen benötigen, um ihre Risiken diversifizieren zu können. Hierbei sind auch solche Investoren gemeint, denen einfache Aktien- und Anleihepapiere zu wenig flexibel sind.

Von Vorteil sind Derivate auch dann, wenn an der Preisentwicklung eines bestimmten Guts partizipiert werden soll, der Basiswert jedoch nicht mehr gekauft werden kann. Derivate bieten hier die Möglichkeit, die Preisentwicklung des Basiswertes im eigenen Portfolio abbilden zu können, ohne dass der Wert tatsächlich gekauft werden müsste. Weiterhin können Derivate dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn der Anleger Preisdifferenzen beispielsweise zwischen Kassa- und Terminmarkt eines bestimmten Basiswertes sieht.

Derivate sind in der Praxis jedoch nicht ohne Nachteile. Grundsätzlich ist wenig erfahrenen Börsenteilnehmern von dem Kauf von Derivaten eher abzuraten, da diese deutlich komplexer sind als Kassageschäfte. Nicht nur Angebot und Nachfrage bilden hier den Preis, sondern zusätzlich auch die Restlaufzeit des Derivats, wodurch die Preisbildung komplexer wird und für Laien schwerer zu durchschauen ist. Erfahrene Anleger hingegen können Derivate sinnvoll ihrem Portfolio hinzufügen auch deshalb, weil Derivaten immer nur diejenigen Risiken innewohnen können, die in gleicher Weise bereits an den Kassamärkten bestehen. Damit ergibt sich zumindest für erfahrene Anleger der Vorteil, dass mit dem Ausweichen auf Derivate keine grundsätzliche Risikoerhöhung einhergeht.

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