17.06.2011
Artikel
DIVIDENDE

Die Dividende im historischen Überblick

In schwachen Geschäftsjahren können Unternehmen auf die Ausschüttung einer Dividende verzichten
Ob eine Dividende ausgeschüttet wird, hängt wesentlich vom Gewinn des Unternehmens ab   © Vito Labellarte - Fotolia.com

Bei der Dividende eines Unternehmens handelt es sich um eine Gewinnbeteiligung, die an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Diese Gewinnbeteiligungen stellen eine der Renditekomponenten der Aktionäre dar und werden auf der Hauptversammlung beschlossen. Damit sind Dividenden lediglich bei Aktiengesellschaften relevant. Für den Anleger stellt sich grundsätzlich die Frage, ob er sich auf Gewinnausschüttungen als Renditekomponenten verlassen sollte, oder ob festverzinsliche Papiere die bessere Alternative darstellen.

Zu einer Dividendenstrategie beim Kauf von Wertpapieren ist insbesondere solchen Investoren zu raten, die eine langfristige Geldanlage planen. Das hängt damit zusammen, dass eine Dividende nur in solchen Jahren ausgeschüttet werden kann, in denen ein genügend großer Gewinn erzielt worden ist und der Gewinn nicht anderweitig verwendet wird. Einige Unternehmen sehen in schwächeren Wirtschaftsjahren eine Thesaurierung der Gewinne von 100 Prozent vor, sodass es zu keinen Gewinnausschüttungen kommen wird. Wird das Geld jedoch langfristig angelegt, kann der Investor davon ausgehen, dass Dividenden wenigstens in einigen Jahren ausgezahlt werden und so einen Beitrag leisten zur allgemeinen Wertentwicklung dieser Position im Portfolio. Eine solche Strategie kann zum Beispiel in Deutschland insbesondere bei DAX-Unternehmen sinnvoll sein, da etwa im Jahr 2006 29 von 30 Unternehmen eine solche Gewinnausschüttung tatsächlich vorgenommen haben.

Weniger ratsam ist eine Dividendenstrategie im Portfolio dann, wenn der Anleger Planungssicherheit benötigt und von einer Mindestrendite während eines jeden Wirtschaftsjahres ausgehen können muss. Da die Ausschüttung einer Rendite nicht planbar ist, sollten solche Anleger vermutlich besser zu festverzinslichen Wertpapieren greifen, die keine Dividendenkomponente besitzen. Solche Titel konnten aber beispielsweise im September 2010 lediglich eine durchschnittliche Rendite von 2,1 Prozent erreichen, weshalb eine solche Strategie vermutlich für risikoaverse Anleger besonders geeignet ist. Diese Anleger sollten eine Dividendenstrategie auch deshalb nicht verfolgen, weil nicht nur die Ausschüttung an sich, sondern auch deren Höhe nicht vorhersagbar ist. Im Jahr 2006 haben die DAX-Konzerne in Deutschland insgesamt 27,9 Milliarden Euro an Gewinnen an ihre Aktionäre ausgeschüttet, die bei einem einzelnen Titel erreichten Dividenden können aber auch bei nur wenigen Cent pro Aktie liegen. In Europa liegt die Ausschüttungsquote durchschnittlich bei 50 Prozent (Stand: 2007).

Keinen Einfluss für die Entscheidung für oder wider Gewinnausschüttungen sollte hingegen die Besteuerung der Gewinne haben. Seit der Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009, die durch das Unternehmenssteuerreformgesetz 2008 veranlasst wurde, werden in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern Kursgewinne, Zinsen und auch Gewinnausschüttungen einheitlich besteuert, weshalb die Gewinnerzielungskomponenten eines Portfolios in Hinblick auf die Besteuerung nicht mehr differenziert zu werden brauchen.

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