26.05.2011
Artikel
BLUE CHIPS

Blue Chips als Basis für eine langfristige Geldanlage

Mit Blue-Chips kann man langfristig Geld anlegen.
Mit Blue-Chips kann man langfristig Geld anlegen.   © INFINITY - Fotolia.com

Der Ausdruck Blue-Chip-Aktien kommt aus dem US-amerikanischen und leitet sich von den in Spielcasinos verwendeten blauen Jetons (Chips) ab, die den höchsten Geldwert besitzen. Heute wird er als Bezeichnung für globale Unternehmen mit besonders hohem Wert genutzt. So findet der Begriff etwa Verwendung für Aktien von internationalen sowie allgemein anerkannten und renommierten Großunternehmen, die mit hoher Solidität, Bonität und mit Substanz- und Ertragsstärke glänzen.

Blue-Chip-Aktien werden an den weltweit bedeutendsten Börsen gehandelt. So sind sie etwa an den Wertpapiermärkten Dow Jones Industrial Average, Dow Jones Euro Stoxx 50, DAX und SMI notiert. Deren Kursentwicklung gilt häufig als Berechnungsgrundlage für Indizes. Blue-Chip-Unternehmen werden dabei in drei Kategorien unterteilt, die sich nach dem Grad der jeweiligen Börsenkapitalisierung richten. Dabei sind Small Caps Unternehmen unter 1 Milliarden Euro, Large Caps verfügen über ein Börsenkapital von über 2 Milliarden Euro und dazwischen liegen die Mid Caps. Die Kategorien sind dynamisch und werden je nach Unternehmensmarktwert regelmäßig angeglichen. So begann die US-amerikanische Firma Cisco Systems als Small Cap und gilt mittlerweile mit einem Marktkapital von 93 Milliarden Euro als Large Cap. Deutsche Blue-Chip-Unternehmen sind etwa die großen DAX-Unternehmen Siemens, Volkswagen, Deutsche Bank, Allianz, Deutsche Telekom und Daimler. Weitere internationale Blue-Chip-Konzerne sind u. a. Credit Suisse, Hoffmann La Roche, Nestlé, Telekom Austria, BP, Danone, GlaxoSmithKline, L’Oréal, Shell, American Express, Coca-Cola, Exxon, IBM, Kraft Foods und McDonald’s.

Gegenüber herkömmlichen Wertpapieren können sich Anleger bei Blue-Chip-Aktien weitestgehend sicher sein, dass diese von extremen Kursschwankungen verschont bleiben und eher konstant Gewinne einbringen. Das Risiko eines Totalverlusts für Aktionäre besteht nur in äußerst abgeschwächter Form, denn die Wahrscheinlichkeit, dass es zum Konkurs eines Blue-Chip-Unternehmens kommt, ist als gering zu bewerten, da es sich hier Globalplayer handelt, die sich über Jahre hinweg in der Wirtschaft erfolgreich etabliert haben. Der Einbruch des Kursverlaufs einer Blue-Chip-Aktie ist zumeist auf sehr außergewöhnliche Unternehmensbelastungen zurückzuführen. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist das Bohrinselunglück der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko, das den Aktienwert des BP-Konzerns einbrechen ließ.

Aufgrund der geringen Risikobereitschaft der Blue-Chip-Unternehmen ist jedoch auch nicht mit drastischen Kursgewinnen zu rechnen. Die Aktienverläufe sind verhalten und eignen sich für Aktionäre, die sicher und langfristig einen Gewinn erzielen möchten. Als besonders sicher gelten hierbei Large-Cap-Unternehmen, höhere Risiken, aber auch größere Kurssprünge erzielen Unternehmen der Small- und Mid-Caps-Kategorie, da sie noch ‚neu’ auf dem Markt sind und sich erst beweisen müssen.

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