Der Privatkredit, manchmal auch Sofortkredit oder Ratenkredit genannt, ist vom Begriff her nicht eindeutig definiert. Er dient manchmal auch zur Bezeichnung eines Kredites von privat an privat. Ist eine Bank, also beispielsweise eine Sparkasse involviert, dann handelt es sich in der Regel um einen Raten- oder Konsumkredit. Gemeint ist dabei ein Darlehen über eine verhandelte Geldsumme, die in monatlichen festen Raten zurückbezahlt wird. Der Zinssatz ist im Vorhinein festgelegt. Diese Kreditart wird in Deutschland seit den 1950er Jahren angeboten. Im Jahr 2009 wurde etwas mehr als 140 Millionen Euro als Ratenkredite vergeben, die Konsumentenkredite insgesamt beliefen sich auf etwas weniger als das Doppelte.
Die gesetzliche Grundlage der Ratenkredite war früher das Verbraucherschutzgesetz, heute ist es das Gesetz zur Modernisierung des Schuldrechts, das zum 1. 1. 2002 in Kraft getreten ist. Als Verbraucherdarlehen hat der Kunde auch ein Widerspruchsrecht, wie bei allen abgeschlossenen Verträgen. Waren früher für diese Darlehensart vor allem die Teilzahlungsbanken zuständig, so sind es heute die Geschäftsbanken, die den Kredit meist in standardisierter Form anbieten. Besonders häufig vertreten sind darunter die Autobanken. Die Darlehenssummen bewegen sich zwischen 1.000 und 75.000 €, die Laufzeit ist maximal 10 Jahre. Sicherheiten werden keine gegeben, aber ein Gehalts- oder Lohnverzicht wird in der Regel vereinbart. Gilt das Darlehen dem Kauf eines Fahrzeugs, dann wird häufig eine Sicherungsverschreibung vorgenommen, d. h., das Auto bleibt bis zur Ablösung des Kredites der Bank überschrieben. Es wird jedoch inzwischen von manchen Instituten darauf verzichtet, um die Abwicklung des Geschäftes nicht unnötig zu komplizieren. Wenn die Bonität des Darlehensnehmers nicht ausreicht, kann die Bank eine Bürgschaft verlangen. Die Raten werden als fixer Betrag monatlich erhoben, darin sind der Zins, die Tilgung und allfällige Gebühren des Kreditinstitutes enthalten. Die Zinsen fallen höher aus als beispielsweise bei einer Baufinanzierung, aber niedriger als bei einem Dispositionskredit. Letzterer ist auch als Überziehungskredit oder Dispo bekannt. Allerdings ist der Kreditrahmen dort in der Regel niedriger als die Summen, die als Ratenkredite vergeben werden können.
Der Darlehensnehmer kann den erhaltenen Kredit unter bestimmten Voraussetzungen auch kündigen. Dabei kommt es auf das Abschlussdatum an. Kredite, die nach einem Stichtag abgeschlossen wurden, können ohne Einhaltung von irgendwelchen Fristen gekündigt werden. Sollte der Bankkunde die monatliche Rate senken wollen, werden zusätzliche Gebühren fällig. Ratenkredite, insbesondere wenn ein Darlehensnehmer mehrere zu bedienen hat, können auch ein Weg in die Schuldenfalle sein. In diesem Fall ist es notwendig, eine Umschuldung vorzunehmen und die Kredite neu zu verhandeln.
Angebote für Privatkredite finden sich bei nahezu allen Geschäftsbanken vor Ort und auch im Internet. Hier gibt es auch die Rechner, bei denen der Interessent eine Reihe von Angaben macht und dann die Kreditbedingungen der verschiedenen Anbieter vorgestellt bekommt. Aufgrund dieser Ergebnisse kann der Kreditnehmer die günstige Variante heraussuchen und meist auch im Verfahren des Onlinebanking die Kreditbeantragung vornehmen. Ein genaues Hinsehen bei der Abwicklung solcher Geschäfte bewahrt vor unliebsamen Überraschungen.
