05.05.2012
Artikel
DERIVATE DEFINITION

Derivate - Finanztermingeschäfte mit gekoppelten Verträgen

Auf den ersten Blick ist es einfach: Ein Unternehmen, etwa ein Lebensmittelhersteller, möchte in einigen Monaten einen größeren Posten Getreide einkaufen, befürchtet bis dahin aber einen Zinsanstieg, der die Preiskalkulation seiner Waren durcheinanderbringen würde. Also sichert er sich gegen dieses Risiko ab: Er vereinbart mit einem Handelspartner - zum Beispiel einem Finanzmakler - die Lieferung der Ware zu einem fest vereinbarten Preis. Damit entgeht das Unternehmen dem Risiko eines Zinsanstiegs. Der Handelspartner bekommt von der Firma eine Prämie, mit der der Partner seinerseits das Risiko begrenzt. Zum Zeitpunkt der Fälligkeit des Geschäftes hängt es von der Vertragskonstruktion ab, ob die vereinbarte "Option" eingelöst, also die Ware zum festgelegten Preis geliefert und sofort bezahlt wird (Kassageschäft), ob die Zahlung unabhängig vom Lieferzeitpunkt erfolgt (Termingeschäft), ob der Handel verschoben oder gar gänzlich aufgelöst werden soll (was bei reinen Spekulationsgeschäften passieren kann).

Der sogenannte Basispreis solcher Geschäfte kann von unterschiedlichen Faktoren abhängig gemacht werden. Das Zinsniveau ist ein Beispiel, darüber hinaus gibt es Koppelungen an bestimmte Indizes (Rohstoffe, Wertpapiere, Devisen). Die Vereinbarungen basieren mithin stets auf einem Faktor - oder auch mehreren Faktoren -, der mit dem eigentlichen Handelsgegenstand nur mittelbar zu tun hat, also "derivat" ist (aus dem Lateinischen: "abgeleitet"). Wer den Überblick behalten möchte, lässt sich einen Finanz-Ordner erstellen.

Im Detail gibt es viele Nuancen dieser Handelsart. So zum Beispiel "bedingte" Geschäfte, die die tatsächliche Warenlieferung offen lassen, oder "unbedingte" Vereinbarungen, die eine Warenlieferung festschreiben. Eine Sonderform sind "Swaps", bei denen es nicht um konkrete Waren geht, sondern um die Regelung von Finanzströmen. Ein Beispiel: Ein Unternehmen hat einen lang laufenden Kredit zu einem festen Zinssatz abgeschlossen, aktuell entwickelt sich der Zinssatz jedoch auf niedrigerem Niveau. Damit der Kreditnehmer von dem niedrigeren Satz am Markt profitieren kann, stellt er den Kredit auf "variabel" um. Orientiert am Marktzins, wird über einen bestimmten Zeitraum mit dem Kreditgeber ein "Swap" vereinbart: Der Festzinssatz wird gegen einen - aktuell niedrigeren - variablen Zins nach dem "Interbankensatz" für die Restlaufzeit des Darlehens getauscht. Der Kreditnehmer zahlt nun einen niedrigeren Zins sowie einen bestimmten Ausgleichsbetrag zum ursprünglich vereinbarten Zinssatz. Je nach Kreditvolumen kann die Ersparnis beträchtliche Summen ausmachen. Der Bank entsteht kein Verlust, denn sie kann ja ihre eigenen Geschäfte auf der Basis des variablen Interbankensatzes tätigen und daraus Zinsgewinne erzielen.

Allen Geschäften dieser Art ist gemein, dass sie in erster Linie dazu dienen, das Risiko von Preissteigerungen zu minimieren. Auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Rohstoffe sind gar Absicherungen auf der Basis von Wettervorhersagen möglich - denn eine "verhagelte" Ernte kann schnell zu erheblichen Lieferengpässen und damit Preisanstiegen führen.

Per Mail versenden
  29.04.2011
Hausbau | Darlehen | Bausparer BAUSPARGUTHABEN

Alles Wissenswerte zum Bausparguthaben

Nach Ablauf der Ansparphase, während welcher Geld eingezahlt wird, wird der Bausparvertrag ohne Folgen für den Sparer kündbar. Wird er in dieser sogenannten Zuteilungsphase gekündigt, erhält der Einzahler neben seinem investierten Kapital auch die angefallenen Zinsen ausgezahlt. Staatliche Fördergelder und andere vermögenswirksame Leistungen werden ebenso ausgezahlt. So umfasst mehr…

  28.04.2011
Raten | Zinsen | Tilgung IMMOBILIENFINANZIERUNG

Augen auf bei der Immobilienfinanzierung, denn das sind die Gefahren

Bei einer privaten Immobilienfinanzierung kann Fremdkapital, sofern welches benötigt wird, durch verschiedene Kreditinstitutionen vergeben werden. Dazu zählen Angebote von Banken, Bausparkassen oder staatliche Institutionen wie der KfW-Bankengruppe und Landesförderinstitute. Insgesamt betrug der Gesamtbestand von wohnwirtschaftlichen Krediten im privaten Finanzierungssektor mehr…

  26.05.2011
Zinsen | Risiken | Renditen GENUSSSCHEINE RISIKO

Chancen und Risiken von Genussscheinen

Genussscheine sind eine Geldanlage, die eine hohe Rendite und einige steuerliche Vorteile bietet. Ein Genussschein gibt dem Geldanleger die Möglichkeit, am Gewinn eines Unternehmens teilzuhaben. Diese Wertpapiere kombinieren dabei Funktion und Aufbau von Anleihen und von Aktien. In den sogenannten Emissionsbedingungen ist festgelegt, welche Eigenschaften der jeweilige Genussschein mehr…

  05.05.2011
Geld | Zinsen | vermögen BUNDESSCHATZBRIEFE ZINSEN

Die Zinsen beim Bundesschatzbrief können variieren - wir sagen inwiefern!

Bundesschatzbriefe sind festverzinsliche Wertpapiere, die von der Finanzagentur des Bundes ausgegeben werden. Sie haben eine Laufzeit von sechs oder sieben Jahren, für die die Verzinsung jeweils zum Zeitpunkt des Erwerbs festgelegt wird. Die Zinsen steigen im Laufe der Jahre progressiv an, das heißt, in den ersten Jahren sind die Zinsen niedriger als in den letzten. Dadurch mehr…

  02.05.2011
Zinsen | Banken | Festgeld FESTGELD SPARPLAN

Mein individueller Festgeld Sparplan - Ein Fahrplan in fünf Punkten

Die aktuell höchsten Zinsen für Festgeld liefert Ihnen der Festgeld-Vergleichsrechner. Festgeld ist hingegen nach wie vor sicher. Das angesparte Vermögen wird am Ende der festgelegten Zeit auf jeden Fall größer sein als vorher. Es ist aber sinnvoll, sich zunächst einen individuellen Sparplan zu erstellen, beziehungsweise von einem professionellen Bank- oder Vermögensberater mehr…

  29.04.2011
Zinsen | Kredite | Schulden ÜBERZIEHUNGSZINSEN

So gewinnt die Bank bei Überziehungszinsen

Wird zwischen einem Kreditgeber wie einer Bank und einem Kreditnehmer ein bestimmter Verfügungsrahmen vereinbart, so wird hierfür ein vorher vereinbarter Zinssatz festgelegt. Überschreitet der Kreditnehmer jetzt diesen Verfügungsrahmen, so ist die Bank berechtigt, hierfür einen höheren Zinssatz zu nehmen als für den vorher vereinbarten Verfügungsrahmen. Begründet ist dies mit mehr…

  29.04.2011
Zinsen | Festgelder FESTGELDANLAGE

Was ich wissen muss um zu entscheiden, ob sich die Festgeldanlage für mich lohnt

Eine bessere Verzinsung ist deswegen möglich, da die Banken bzw. Kreditinstitute mit der festen Bindung des Kapitals besser arbeiten und kalkulieren können. Im Gegensatz zu anderen Anlagegeldern unterliegt der Zinssatz nicht den üblichen Zinsschwankungen. So bleiben beim Festgeld über den gesamten Anlagezeitraum die Zinsen konstant und verändern sich nicht. Zudem richtete der mehr…

 
finanzkraft|pid-14798261|aid-511242