05.05.2011
Artikel
GOLDMAN SACHS ZERTIFIKATE

Goldman Sachs Zertifikate - zu kompliziert für den Normalbürger?

Goldman Sachs ist ein Wertpapierhandelsunternehmen, das sich vorrangig an Großunternehmen und Investoren richtet, aber auch Privatkunden bedient. Das Unternehmen besteht seit dem Jahr 1869 und wurde von dem deutschen Auswanderer Marcus Goldman gegründet. Der Hauptsitz liegt in New York. Dazu kommen Vertretungen in zahlreichen Ländern. In Deutschland findet man die Goldman Sachs & Co. OHG in Frankfurt am Main. Der Gesamtumsatz betrug im Jahr 2009 mehr als 45 Milliarden USD, davon waren über 12 Milliarden USD Gewinn. Im Jahr 2010 hatte das Unternehmen einen Gewinnrückgang um 4,5 Milliarden USD zu verzeichnen, was zu Kursrückgängen führte. Weltweit beschäftigt Goldman Sachs etwa 32.500 Mitarbeiter.

Goldman Sachs vermittelt Wertpapiere in Form von Zertifikaten, Anleihen und Hebelpapieren. Diese gelten allgemein als sehr risikoreich. Zertifikate sind Inhaber-Schuldverschreibungen. Ihr Wert wird aus den Basiswerten anderer Wertpapiere errechnet, die den Zertifikaten zugrunde liegen. Die Basiswerte der Zertifikate von Goldman Sachs setzen sich zusammen aus Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Zinsen, Immobilien, Rohstoffe oder Volatilität. Mit Zertifikaten kann ein Anleger nicht nur auf Kursanstiege setzen, sondern auch auf fallende Kurse und seitwärts tendierende Märkte. Die verschieden wählbaren Anlagestrategien ermöglichen einen größeren Spielraum.

Etwa 106 Milliarden Euro wurden im Jahr 2010 in Zertifikate investiert. Dabei handelt es sich um Wertpapiere mit begrenzter Laufzeit. Der Zertifikatswert ist, wie seine Basiswerte, Schwankungen unterworfen. Die Kursschwankungen wirken sich auf die Zertifikate stärker aus als auf die Basiswerte. Man spricht hier von der sogenannten Hebelwirkung. Wertänderungen der Zertifikate können aber nicht nur durch Kursänderungen der Basiswerte geschehen, sondern auch von Goldman Sachs durch Absicherungsgeschäfte in den Basiswerten hervorgerufen werden. Vor dem Kauf von Zertifikaten sollte man sich deshalb über die Kurse der zugrunde liegenden Basiswerte informieren, um herauszufinden, ob der Preis angemessen ist. Das Unternehmen selbst weist auf die Risiken bei einem Kauf von Zertifikaten hin. Die Zertifikate beinhalten kein Recht auf Zins- oder Dividendenzahlungen. Laufende Erträge sind demzufolge ausgeschlossen. Die Abrechnung erfolgt zu einem bestimmten Tag unter Ermittlung des Tages-Basiswertes. Goldman Sachs gibt eine Reihe von verschiedenen Zertifikaten aus. Bei Capped, BLOC- und Discount-Partizipationszertifikaten ist die Gewinnchance auf einen Höchstbetrag begrenzt. Wenn der Basiswert der Zertifikate am Abrechnungstag höher ist als die Gewinnbegrenzung, wird lediglich der vorher vereinbarte Höchstbetrag ausgezahlt. Bonus-, Discount-, Hi-Score-, Kapitalschutz-, Open-End-, Airbag-, Best-in-Express-Zertifikate und andere gehören ebenfalls zum Angebot der Emittentin Goldman Sachs.

Viele Anleger schrecken vor den Risiken und der Vielzahl dieser Wertpapiere zurück. Die Zeitschrift „Capital“ allerdings bewertete das Unternehmen Goldman Sachs in Bezug auf Service und Transparenz in den Jahren 2010 und 2011 als Testsieger. Es ist also auch Privatanlegern möglich, in Zertifikate von Goldman Sachs zu investieren. Das Unternehmen bietet einen Zertifikate-Kompass an, der Hilfestellung bei der Auswahl der passenden Zertifikate bietet. Über das Risiko eines möglichen Totalverlustes sollte man sich trotzdem bewusst sein.

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